Geheimnistuerei um zusätzliche Einschränkungen beim Stadtbus Göttingen

„Der Plan, gleich vier Göttinger Buslinien aus der Innenstadt zu verbannten, darf in der bisher nur mündlich vorgetragenen Form nicht in die Tat umgesetzt werden.“ Das fordert der Fahrgastverband PRO BAHN Südniedersachsen. Dessen Vorsitzender Gerd Aschoff kritisiert die einseitigen Verschlechterungen zulasten der Fahrgäste aus Weende, Grone und in der Oststadt. „Die geplanten Maßnahmen zulasten der Fahrgäste häufen sich“, kritisiert Aschoff. Nach dem fünf Monate bis Oktober geltenden Notfahrplan sei die Verbannung aus der Innenstadt den Fahrgästen nicht mehr vermittelbar.

„Dass der Fahrgastbeirat der Stadt bei den Plänen wieder nicht einbezogen wurde, wundert uns schon gar nicht mehr“, empört sich der PRO BAHN-Vorsitzende. Dass aber auch die Öffentlichkeit und sogar die Ratspolitiker massiv getäuscht werden, gehe einfach zu weit. Noch zwei Tage nach der Ausschuss-Sitzung im Neuen Rathaus wird in der Tagesordnung angekündigt, dass die Vorlage nachversandt werde. Sie liegt aber nicht vor!

Zu den inhaltlichen Kritikpunkten gehört aus Fahrgastsicht die für den Leineberg bereits Ende 2024 wirksame Verbannung der Linie 80 aus der Groner Straße (Ärztehaus, Galeria). Die Pünktlichkeit der Linie 80 ist nach Beobachtungen des Fahrgastverbands so hoch, dass die Busse häufig Zwangspausen einlegen, um nicht vor Plan abzufahren. Wenn die 31/32 und die 34 über den Bahnhof fahren würden, verlören Grone-Süd und Weende-Nord die letzte letzte Direktverbindung mit der Innenstadt, da die übrigen Stadt- und Regionalbusse ohnehin nur über Bahnhof fahren. Zusätzliches Umsteigen mit schlechten Anschlüssen sei die Folge. Die Platzverhältnisse am ZOB seien den zusätzlichen Bussen nicht gewachsen.

Aschoff: „Wir erwarten von allen Ratsfraktionen und der Oberbürgermeisterin/GÖVB-Aufsichtsratsvorsitzenden, dass sie diesen unkontrollierten Kahlschlag stoppen und eine sorgfältige öffentliche Diskussion ermöglichen.“ Die permanenten Schuldzuweisungen an das Fahrpersonal trügen mit Sicherheit nicht zur Verbesserung des Betriebsklimas bei.

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