Pressemitteilung zu den baustellenbedingten Streckensperrungen und den damit einhergehenden Zugausfällen zwischen Hildesheim und Hannover
Zeitgleich zu der im April 2026 erfolgten mehrwöchigen Streckensperrung zwischen Hannover und Lehrte und dem damit verbundenen Ausfall der durchgehenden S-Bahn-Linie 3 von Hildesheim nach Hannover kam es auf der verbliebenen Verbindung über Sarstedt ebenfalls baustellenbedingt zu Zugausfällen und in der Folge überfüllten Verbindungen. Pro Bahn fordert erneut eine sorgfältige Koordination von Baumaßnahmen durch den Streckenbetreiber DB InfraGo sowie ausreichende Fahrzeugkapazitäten beim S-Bahn-Betreiber Transdev.
„Wenn zwischen Hildesheim und der Landeshauptstadt über Wochen nur noch eine einzige S-Bahn-Verbindung je Stunde angeboten wird und die Technik dieser Triebwagen dann die Weiterfahrt wegen Überfüllung verweigert läuft irgendetwas schief“ fasst Holger Klages, Vorsitzender des Regionalverbandes Braunschweig-Hildesheim von PRO BAHN die Erlebnisse der Fahrgäste in den zurückliegenden Wochen zusammen.
Hintergrund war u.a. die baustellenbedingte Streckensperrung und die damit unterbrochene Verbindung der S-Bahn-Linie 3 von Hildesheim über Lehrte nach Hannover über mehrere Wochen im April 2026. Auf dem „Bypass“, der Verbindung über Sarstedt nach Hannover führte die DB InfraGo im selben Zeitraum allerdings ebenfalls Baumaßnahmen durch, was die Kapazität der Gleise auch auf dieser alternativen Verbindung deutlich einschränkte.
In bewährter Manier strich man in der Folge die stündlichen RE10-Züge des erixx über Sarstedt und ließ diese bereits in Hildesheim enden bzw. beginnen, um somit mehr Platz auf den Gleisen zu schaffen. Verwiesen wurden die Fahrgäste auf die einzige verbliebene Verbindung der S-Bahn-Linie 4. Erixx richtete zwar (wie üblich) einen Schienenersatzverkehr (SEV) nach Hannover ein, der jedoch (wie üblich) aufgrund der deutlich längeren Fahrzeit in der Onlineauskunft nicht ausgewiesen und in der Folge kaum angenommen wurde.
Da beim S-Bahn-Betreiber Transdev auch 4 Jahre nach Betriebsübernahme nach wie vor Fahrzeugmangel herrscht muss u.a. auch auf der S4 noch immer mit dem Verkehren von einteiligen Kurzzügen anstatt der vertraglich vereinbarten Doppeleinheiten gerechnet werden. Diese waren in der Konsequenz der hohen Fahrgastnachfrage insbesondere während der Hannover Messe dann wiederholt nicht mehr gewachsen. Reisende mussten die überfüllten Züge wieder verlassen, damit die Fahrzeugelektronik eine Weiterfahrt erlaubte. Pro Bahn erreichten darüber hinaus Fahrgastbeschwerden u.a. aus Emmerke, wo ein Zustieg in die Züge erst gar nicht mehr möglich war. Pendler mussten (falls möglich) auf das Auto oder Homeoffice ausweichen.
„Wir appellieren erneut an den Streckenbetreiber DB InfraGo bei den Planungen von Baustellen mehr Sorgfalt walten zu lassen und bereits bestehende Kapazitätseinschränkungen in derselben Region entsprechend zu berücksichtigen. Zudem dürfen Großveranstaltungen mit entsprechend zusätzlicher Fahrgastnachfrage wie bei der Hannover Messe bei den Planungen nicht ausgeblendet werden“, so Klages weiter.
„Aber auch die S-Bahn Hannover steht nach wie vor in der Verantwortung endlich dauerhaft verlässlich die vollen Kapazitäten anzubieten anstatt immer wieder mit Kurzzügen an den gefüllten Bahnsteigen vorzufahren. Das war nicht die letzte Gleisbaustelle in unserer Region“, so Klages abschließend.
