Neuer Vorstand fordert weitere Ausbaumaßnahmen bereits vor Neubau der Oldenburger Huntebrücke

Fahrgastverband wählt neuen Regionalvorstand

Oldenburg, den 22.03.2026

Der Regionalverband Oldenburger Land/Bremen im Fahrgastverband PRO BAHN hat auf seiner ordentlichen Mitgliederversammlung am gestrigen Sonnabend, 21.03.2026, in Hude einen neuen Vorstand gewählt und Forderungen zum Ausbau des Bahnknotens Oldenburg beschlossen, um für die zu erwartenden Unterbrechungen des Eisenbahnverkehrs während des Neubaus der Huntebrücke bestmöglich gerüstet zu sein.

Im Amt bestätigt wurde der Vorsitzende Malte Diehl aus Oldenburg, der den Regionalverband seit 2020 führt. Ebenfalls bestätigt wurden sein Stellvertreter Ingo Franßen aus Bremen sowie Schatzmeister Jörg Weißmann aus Wildeshausen. Neu als Stellvertreter gewählt wurde Jens Rowold aus Westerstede, der diese Position vom nicht mehr angetretenen Matthias Handschuch übernimmt. Vervollständigt wird der neue Vorstand mit den drei Beisitzern Jürgen Pieper, Harald Dannapfel und Björn Hörmann. Die Wahlperiode dauert planmäßig zwei Jahre.

Neben den Wahlen ging es inhaltlich vor allem um den Bahnknoten Oldenburg. Der Fahrgastverband beschloss auf der Mitgliederversammlung eine Resolution, in der neben dem unverzüglichen Ersatzneubau der Oldenburger Huntebrücke als höhergelegte, feste Querung einige wesentliche Begleitmaßnahmen gefordert werden. Sie sollen bereits vor Baubeginn umgesetzt werden, um die Auswirkungen des Neubaus möglichst gering und für Fahrgäste und Wirtschaft erträglich zu halten.

„Der Neubau der Huntebrücke wird unweigerlich zu längeren, wiederkehrenden Sperrungen der gesamten östlichen Zufahrt des Oldenburger Hauptbahnhofs führen“, erläutert Regionalvorsitzender Malte Diehl. „Von der geplanten Höherlegung wird das gesamte Gleisvorfeld des Bahnhofs betroffen sein, ebenso die Strecken nach Osnabrück und Bremen bis weit hinter den jetzigen Bahnübergang Stedinger Straße, weil die nötigen Rampen gebaut werden müssen. Man kann also nicht einfach die neue Brücke neben der alten bauen und dann an einem Wochenende schnell anschließen – es ist viel komplizierter. Hinzu kommt der technisch aufwendige Neubau des Stellwerks.“

Konkret bedeutet das: Züge aus Bremen enden während dieser Zeiträume in Hude oder Wüsting, Züge aus Osnabrück in Sandkrug. Die Fahrgäste müssen auf Busse mit wesentlich längeren Fahrzeiten und geringerer Kapazität umsteigen. Die Mitnahme von Fahrrädern, Rollstühlen oder Kinderwagen ist kaum möglich. In Richtung Leer droht, obwohl die Strecke nicht von den Baumaßnahmen betroffen sein wird, der völlige Entfall des Personenverkehrs, weil der Güterverkehr von und nach Wilhelmshaven über diese Strecke umgeleitet werden muss. Sie ist aber nur eingleisig, und bereits jetzt entfallen regelmäßig große Teile des Personenverkehrs, wenn wesentlich geringere Anzahlen an Güterzügen über Oldenburg nach Leer umgeleitet werden müssen. Der Bahnknoten Oldenburg droht im Personenverkehr während der Sperrzeiten auf einen Pendelverkehr nach Wilhelmshaven reduziert zu werden. Für die Fahrgäste ist das ein unhaltbares Szenario.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert deswegen, dass die folgenden Ausbaumaßnahmen schnellstmöglich geplant und umgesetzt werden, um sie noch vor dem Baubeginn der neuen Brücke und den damit verbundenen Sperrungen fertigzustellen:

  • Zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg – Leer auf den Abschnitten Augustfehn – Stickhausen-Velde, Westerstede-Ocholt – Bad Zwischenahn sowie Kayhauserfeld – Bloh. Dadurch wird die nötige Streckenkapazität geschaffen, um den Personenverkehr während trotz der umgeleiteten Güterzüge aus Wilhelmshaven aufrechtzuerhalten.
  • Neubau von Haltepunkten in Drielake am Ende der Rampe sowie im Oldenburger Stadtsüden, wo die genaue Lage noch zu klären ist, entweder am alten Standort in Krusenbusch oder neu an der Klingenbergstraße. So können die Personenzüge aus Osnabrück und Bremen trotz baubedingter Sperrpausen weiterhin ins Oldenburger Stadtgebiet fahren und die Reisenden näher ans Ziel bringen. Durch die Möglichkeit, die Oldenburger Stadtbusse zu nutzen, entfällt zudem die Notwendigkeit eines eigenen, teuren Schienenersatzverkehrs.

Vorsitzender Diehl erläutert: „Diese Maßnahmen kosten zusammen nur einen kleinen Teil des Neubaus der Huntebrücke und der damit ohnehin verbundenen Anpassungen an Leit- und Sicherungstechnik und bringen eine erhebliche Erleichterung für Wirtschaft und Fahrgäste mit sich. Einige von ihnen befinden sich ohnehin bereits in Planung und müssten nur vorgezogen werden. Allen Maßnahmen gemein ist, dass sie auch über den Brückenbau hinaus von Nutzen sein werden. Die beiden neuen Halte im Stadtgebiet können etwa dauerhaft von der Regio-S-Bahn nach Bremen und dem Regionalexpress nach Osnabrück genutzt werden. Die zweigleisigen Abschnitte in Richtung Leer sind unerlässlich für die langersehnte Verlängerung der Regio-S-Bahn über Bad Zwischenahn hinaus.“

PRO BAHN ruft daher die Oldenburger Politik und Wirtschaft dringend auf, sich für die Aufnahme dieser wichtigen, auch langfristig nutzbringenden Maßnahmen in die Planungen und ihre kurzfristige Fertigstellung einzusetzen.

Der vollständige Text der Resolution kann hier heruntergeladen werden.

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