PRO BAHN fordert Krisenmanagement, transparente Informationen und einen belastbaren Notfallplan
Hannover, 20. August 2026 – Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die derzeitige Situation im S-Bahn-Verkehr in der Region Hannover scharf. Seit Tagen kämpfen Fahrgäste mit verkürzten Zügen, Ausfällen, Verspätungen und überfüllten Verbindungen. Die ohnehin angespannte Fahrzeugverfügbarkeit hat sich nach einem Oberleitungsschaden bei Weetzen weiter verschärft: Dabei wurden mindestens zehn S-Bahn-Fahrzeuge beschädigt.
„Das ist für die Fahrgäste nicht mehr hinnehmbar. Wer morgens zur Arbeit, zur Schule oder zum Flughafen muss, braucht einen verlässlichen Nahverkehr und keine tägliche Lotterie“, erklärt Ulrich Grunert, Vorstandsmitglied und Pressesprecher von PRO BAHN Hannover-Region.
Besonders problematisch ist das Zusammentreffen verschiedener Einschränkungen. Neben dem Fahrzeugmangel sorgen Bauarbeiten und weitere Störungen für zusätzliche Ausfälle. Auf mehreren Linien sind die Kapazitäten reduziert; teilweise müssen Fahrgäste auf Ersatzbusse oder andere Verbindungen ausweichen.
PRO BAHN fordert deshalb von Verkehrsunternehmen, Infrastrukturbetreibern und Aufgabenträgern ein abgestimmtes Krisenprogramm für die S-Bahn Hannover:
Maximale Fahrzeugverfügbarkeit: Alle technisch möglichen Fahrzeuge müssen schnellstmöglich wieder in den Einsatz gebracht werden.
Verlässliche Ersatzkonzepte: Bei Ausfällen müssen ausreichend Ersatzbusse und andere Alternativen bereitstehen.
Bessere Fahrgastinformation: Fahrgäste müssen frühzeitig, verständlich und widerspruchsfrei über Ausfälle, Ersatzverkehre und Alternativen informiert werden.
Priorisierung des S-Bahn-Verkehrs: Bei mehreren gleichzeitigen Einschränkungen müssen die besonders stark nachgefragten Verbindungen geschützt werden.
Transparenz über die Ursachen: Betreiber und Aufgabenträger müssen offenlegen, wie es zu der angespannten Fahrzeuglage kommen konnte und wann mit einer nachhaltigen Stabilisierung zu rechnen ist.
„Ein leistungsfähiger S-Bahn-Verkehr ist das Rückgrat der Mobilität in der Region Hannover. Wenn die Züge ausgedünnt werden und gleichzeitig immer mehr Fahrgäste auf die verbleibenden Verbindungen drängen, entsteht zwangsläufig ein System am Limit“, so Grunert.
Der Fahrgastverband warnt zudem davor, die Probleme allein mit dem Hinweis auf einzelne Störungen oder Bauarbeiten zu erklären. Gerade die Kombination verschiedener Faktoren zeige, wie wichtig ausreichende Reserven bei Fahrzeugen, Personal und Ersatzverkehren seien.
„Ein robustes Verkehrssystem muss auch dann funktionieren, wenn einmal etwas schiefgeht. Hannover braucht deshalb nicht nur eine Reparatur der aktuellen Schäden, sondern ein Konzept, das solche Kettenreaktionen künftig verhindert“, fordert PRO BAHN.
Der Verband erwartet von den Verantwortlichen kurzfristig einen konkreten Maßnahmenplan und regelmäßige Informationen über dessen Umsetzung.
