Die anhaltenden massiven Fahrtausfälle im Göttinger Stadtbusverkehr sind nach Auffassung des Fahrgastverbands PRO BAHN Südniedersachsen eine große Zumutung für die Fahrgäste. „Zuerst war es der viele Schnee, nun fehlt das Personal“, kritisiert der Vorsitzende Gerd Aschoff. Bei allem Verständnis für extreme Wetterverhältnisse und Engpässe auf dem Arbeitsmarkt müssen wir doch die Frage stellen, ob der Verkehrsbetrieb genügend unternimmt, die großen Zumutungen für die Fahrgäste abzufedern und abzubauen.
Aschoff: „Das Personalproblem ist keineswegs neu. Schon in früheren Jahren waren Engpässe sichtbar. Es war genügend Zeit, sich auf absehbare Engpässe einzustellen. Falls sich die Situation nicht bald nachhaltig bessert, wäre ein auf mehrere Monate angelegter Notfahrplan gegenüber kurzfristigen Einschränkungen die ehrlichere Vorgehensweise, weil sich die Fahrgäste besser darauf einstellen könnten.“
Kritikwürdig ist nach Auffassung des Fahrgastverbandes auch der fehlerhafte Betrieb der digitalen Fahrgastinformationen im Bus, an den Haltestellen und im Internet. In vielen Bussen sind die Monitore außer Betrieb, so dass die Fahrgäste weder sehen, welches die nächste Haltestelle ist, noch ob ihr Stoppsignal beim Fahrer angekommen ist. Nicht behobene Routerprobleme führen somit zu fehlerhafter Bus-Ortung, die für Echtzeitauskünfte nötig wären.
Aschoff: „Der Verkehrsbetrieb sollte erkennen lassen, dass er gewillt ist, bestehende Probleme in absehbarer Zeit zu beheben. Die Eilmeldung auf der GÖVB-Homepage am 3. Januar 2026 (Tag des ersten großen Schneetreibens des Jahres), wonach der Busverkehr an Heiligabend und Silvester planmäßig eingeschränkt ist, gehört nicht zu den Glanzleistungen der GÖVB-Informationspolitik. Da können wir nur hoffen, dass die Fahrpreise stabil bleiben. Eine Erhöhung würde sicher nicht passen.“
